Aggressionsbewältigung: Wut in 30 Tagen im Griff

Aggressionsbewältigung: Wut in 30 Tagen im Griff

Immer mehr Menschen leiden in der heutigen Zeit unter Aggressionen. Sowohl Erwachsene als auch Kinder können davon betroffen sein. Vor allem unkontrollierte Aggressionen, wie zum Beispiel, andere Menschen anschreiben, Dinge zerstören oder sogar sich selbst oder andere zu verletzen, können eine große Gefahr darstellen. Nicht nur die Betroffenen selbst leiden stark darunter, sondern auch unsere Mitmenschen. In diesem Fall bietet sich eine Aggressionsbewältigung sehr gut an. Was Aggressionen genau sind, welche Arten es gibt und was man über Aggressionsbewältigung wissen sollte, erfahren Sie hier.

Wie genau entstehen Aggressionen?

Viele Menschen sind von Wut und Aggressionen im Alltag betroffen. Die Ursachen, welche für diese Aggressionen verantwortlich sind, können von Menschen zu Menschen sehr unterschiedlich sein. In vielen Fällen ist der Auslöser die Unzufriedenheit mit sich selbst. Auch, wenn man sich in einer bestimmten Situation unwohl fühlt, kann es zu Aggressionen kommen. Meisten entstehen diese Aggressionen dann in unserem Inneren, dennoch können sich diese unkontrolliert auf unsere Mitmenschen auswirken. In diesem Fall spielt die Aggressionsbewältigung eine bedeutende Rolle. Sobald man bewusst weiß, dass die Ursache an sich selbst liegt, kann auch eine Lösung dafür gefunden werden. Diese Lösung nennt sich dann Aggressionsbewältigung.

Aggression ist nicht gleich Aggression, hier unterscheidet man zwischen vielen unterschiedlichen Arten. Welche Arten es gibt, verraten wir Ihnen jetzt:

ï die konstruktive Aggression

ï die passive Aggression

ï die heiße Aggression

ï und die kalte Aggression

Die konstruktive Aggression

Die konstruktive Aggression ist die „schönste Aggression“ von allen. Diese ist in einem gesunden Maß in unserem Leben auch sehr wichtig. Unter konstruktive Aggression versteht man im Leben voranzukommen, und immer aktiv zu sein. Hierzu gehören vor allem Widerstände, die man jedoch zufrieden annimmt.

Menschen, die ein bestimmtes Ziel erreichen möchten, kommen mit der konstruktiven Aggression bestens voran. Es ist wichtig, dass jeder von uns über ein kleines Maß der konstruktiven Aggression verfügt. Diese sorgt dafür, dass wir etwas Mut haben und andere Menschen konstruktiv kritisieren kann. Auch Situationen können dank einer konstruktiven Aggression konstruktiv hinterfragt werden.

Es handelt sich bei der konstruktiven Aggression um eine Aggression, bei welcher man anderen keinen Schaden zufügt. Hier kommt es immer auf das Maß an, wie in vielen anderen Situationen in unserem Leben auch. Wenn Sie also über ein geringes Maß an konstruktiver Aggression verfügen, dann müssen Sie sich mit der Aggressionsbewältigung noch nicht auseinandersetzen.

Die passive Aggression

Eine passive Aggression deutet darauf hin, dass sich Menschen ungerecht behandelt fühlen. Sie haben viele negative Denkmuster in ihrem Leben. Eine passive Aggression sitzt fest im Körper und arbeitet auch ständig. Dies kann man an unseren negativen Gedanken erkennen. Auch kann man davon ausgehen, dass diese Gedanken oder dieses Denkmuster auch eine Berechtigung haben. Eine passive Aggression entsteht nämlich aufgrund vieler negativer Erfahrungen.

Sind Menschen passiv aggressiv, werden unterschiedliche Arten von Konflikten nicht offen ausgetragen. Entweder haben diese Menschen es einfach nie gelernt, oder sie wurden bestraft, wenn sie versucht haben zu positionieren. Menschen, die unter einer passiven Aggression leiden, handelt meistens unterlassend und weisen ein vermeidendes Verhalten aus. Unterschiedliche Prozesse werden einfach blockiert.

Unterschiedliche Aufgaben werden entweder verschoben oder gar nicht ausgeführt. Nicht nur das private Leben kann davon betroffen sein, sondern auch unser berufliches Leben. 

Man kann bei passiv aggressiven Menschen auch immer wieder einen Widerstand feststellen, über welche nicht offen gesprochen wird. Menschen verhalten sich, als wäre alles ok, jedoch fühlen sie sich unwohl und es können dadurch auch immer spitze Bemerkungen anfallen. Ist man passiv aggressiv, bedeutet dies auch, dass es in unseren Körper mächtig brodelt.

Wenn auch Sie unter einer passiven Aggression leiden, sollten Sie sich Gedanken über eine Aggressionsbewältigung machen. Es ist wichtig, zu wissen, wie man mit solch einer Wut am besten umgeht, denn sie kann uns sehr belasten in unserem Leben. Wichtig ist es, dass man hier die Wut lernt, zu spüren und anzunehmen. Anschließend sollte diese auf eine ruhige Art nach außen kommuniziert werden. Es handelt sich dabei um einen Lernprozess, der manche Hürden bereitstellt und auch länger dauern kann. Wenn Sie sich jedoch Unterstützung suchen, dann können Sie eine passive Aggression einfach bewältigen. 

Die heiße Aggression

Auch die heiße Aggression ist ein Teil unseres Lebens. Sie kann sich in einer Form von Schreien und Wutausbrüchen auswirken. Doch auch eine wütende Körpersprache und Eskalationen können zu einer heißen Aggression dazugehören.

Personen, die im Moment eine heiße Aggression erleiden, fühlen sich so, als würden sie explodieren. Plötzlich steht der komplette Körper unter Spannung und auch die einzelnen Muskeln spannen sich an. Man blickt auf die brenzliche Situation oder auf den Gegner, wobei sich auch die Atmung stark verändert. Man spricht hier von einem Zustand, der sich Trauma-State nennt.

Menschen können sich nicht wehren in solch einen Zustand zu kommen. Meistens kommt eine heiße Aggression dann hervor, wenn man sich bedroht fühlt. Dadurch, dass in der heutigen Zeit jedoch nur wenig direkte Bedrohungen stattfinden, erleben wir diese Bedrohungen vor allem bei Angriffen in unseren Selbstwertgefühlen. Wird man zum Beispiel häufig kritisiert, kann es schnell zu solch einem Zustand kommen. Nicht nur im privaten Umfeld können heiße Aggressionen entstehen, sondern auch in unserem Berufsleben. Die Reaktion, die bei einer heißen Aggression vor sich geht, läuft sehr schnell an. Meistens denkt man darüber gar nicht nach, sondern handelt nur.

Auch in diesem Fall ist es sehr wichtig, wenn man über Aggressionsbewältigung nachdankt und sich am besten Hilfe sucht, denn nur so kann man solche Arten von Aggressionen auch schnell in den Griff bekommen. Es kann über einen längeren Zeitraum hinweg dauern, bis man mit diesen Aggressionen richtig umgehen lernt. Auch unterschiedliche Methoden, wie Atemübungen können dabei helfen. Unser Körper und Geist kann mit den richtigen Atemübungen schnell wieder runterfahren und man beruhigt sich. Gefährlich kann es auch dann werden, wenn sich Menschen in unserem Umfeld in solch einer Aggression befinden. Hier ist es wichtig, die Situation richtig einzuschätzen.

Die kalte Aggression

Bereits seit vielen Jahren gibt es auch die kalte Aggression. Vor vielen Jahren gehörte die kalte Aggression noch zu unserem alltäglichen Leben dazu, vor allem zu diesen Zeiten, wenn Menschen noch selbst Speisen jagen mussten.

Bei einer kalten Aggression geht es immer um eine bestimmte Strategie oder um ein bestimmtes System. Hier konzentriert man sich, wie man ein Ziel am besten erreichen kann. Bei einer kalten Aggression dominiert die Rationalität.

In der heutigen Zeit kann man diese Art von Aggression in unterschiedlichen Situationen wiederfinden, vor allem im beruflichen Leben. Ein gutes Beispiel dafür ist zum Beispiel Mobbing. Hier werden vom Anstifter Druck und Gewalt ausgeübt.

Wenn man ein bestimmtes Ziel verfolgt und dieses unbedingt erreichen möchte, egal, was es auch kostet, spricht man in der Regel von einer kalten Aggression. Diese Ziele können in der Arbeitswelt oder auch im privaten Leben erreicht werden wollen.

Es gibt auch Menschen, die solch eine Aggression gezielt für sich nutzen. In diesem Fall wissen die betroffenen Personen ganz genau, wann sie die Aggression anwenden oder nicht. Dies ist der Unterschied zur heißen Aggression, den hier wissen Menschen nicht bewusst, wann diese angewendet wird.

Aggressionsbewältigung – so bekommen Sie Ihre Wut wieder in den Griff

Ganz egal, unter welcher Art von Aggression Sie sich leiden, hier kommt es immer auf die richtige Aggressionsbewältigung darauf an. Es ist wichtig, dass Menschen lernen, mit ihrer Wut richtig umzugehen. Nicht nur Sie selbst können davon profitieren, sondern vor allem auch unsere Mitmenschen. 

Atmen Sie tief durch

Wenn eine Aggression in sich aufkommt, kann es helfen, wenn man zuerst einmal tief durchatmet. Versuchen Sie in Ihren Gedanken von 1 bis 10 langsam zu zählen. Es gibt auch unterschiedliche Sätze, die man in seinen Gedanken wiederholen kann, um sich selbst ein wenig zu beruhigen. Ein Satz wäre zum Beispiel: Das ist für mich kein Problem, ich kann damit umgehen.“ So können Sie sich selbst beruhigen. Anschließend können Sie über eine angemessene Reaktion nachdenken, welche Sie in der jeweiligen Situation am besten anwenden. 

Gehen Sie an die frische Luft

Wenn Sie fühlen, dass die Wut in Ihnen hochsteigt, dann bietet es sich auch an, wenn Sie den Raum, in welchen Sie sich befinden, kurz verlassen. Entschuldigen Sie sich freundlich, bevor Sie den Raum verlassen, und gehen Sie einfach einige Minuten an die frische Luft. Laufen Sie ein paar Schritte und reagieren Sie sich an. Frische Luft und die Natur bieten sich perfekt für die Aggressionsbewältigung an.

Nehmen Sie einen Stressball zur Hand

Ganz egal, ob Sie sich zu Hause oder im Büro befinden, ein Stressball kann ebenfalls zur Aggressionsbewältigung helfen. Viele Menschen schlagen mit der Faust gegen die Wand oder auf den Tisch, wenn Sie wütend sind. Kontrollieren Sie diese Wut und legen Sie sich einen Stressball zu. Nehmen Sie diesen zur Hand und kneten Sie ihn einfach. So bekommt keiner mit, wenn Sie wütend sind.

Lösen Sie einen Kälteschock aus

Auch dieser Punkt bietet sich als Aggressionsbewältigung sehr gut an. Dank eines starken Körperreizes kann man die Wut ein wenig vergessen. Sowohl im Büro als auch zu Hause kann diese Taktik angewendet werden. Waschen Sie Ihr Gesicht mit kaltem Wasser oder lassen Sie dieses einfach ein wenig über Ihre Unterarme laufen. Wenn Sie sich zu Hause befinden, können Sie auch Eis dafür verwenden und Ihre Unterarme damit streichen.

Stoppen Sie Ihre Gedanken

Wenn Sie die Wut hochsteigen fühlen, versuchen Sie Ihre Gedanken zu stoppen. Diese Aggressionsbewältigung ist sehr einfach, sagen Sie sich selbst in Ihren Gedanken „Stopp“.

Suchen Sie sich einen sportlichen Ausgleich

Wenn es um Aggressionsbewältigung geht, dann bietet sich Sport hier als sehr gute Methode an. So kann man überflüssige Energie perfekt abbauen. Vor allem Kampfsport kann bei unterschiedlichen Arten von Aggressionen wahre Wunder wirken. 

Versuchen Sie es mit Entspannungstechniken

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die sehr häufig unter einer inneren Unruhe leiden, dann bieten sich Entspannungstechniken hier sehr gut an. Auch autogenes Training bietet sich als Aggressionsbewältigung hervorragend an. Die Achtsamkeit wird dadurch gefördert und außerdem kann Ihnen geholfen werden, dass Sie den Stress, der im Alltag entsteht, bewältigen können.

Aggressionsbewältigung auf lange Sicht

Diese Tipps können Ihnen auf lange Sicht helfen, Aggressionen und Wut unter Kontrolle zu bringen. Doch auch hier ist es sehr wichtig, dass man erkennt, dass man unter einer bestimmten Art von Aggression leidet, nur dann kann man langfristig seine Ziele erreichen.

Fokuswechsel

Jeder Mensch geht einen bestimmten Fokus im Leben nach. Hier bietet sich als Aggressionsbewältigung auf lange Sicht zum Beispiel sehr gut an, dass man diesen Fokus im Leben einfach versucht zu ändern. Versuchen Sie Ihre eigene Aufmerksamkeit etwas umzulenken. Denken Sie nicht an Dinge, die Sie wütend machen. Versuchen Sie diese Gedanken zu kontrollieren und an was anderes zu denken. Konzentrieren Sie sich auf die positiven Dinge in Ihrem Leben und geben Sie den negativen Gedanken keine Chance. Positive Gedanken können sich perfekt üben lassen und gehören zur Aggressionsbewältigung auf lange Sicht dazu.

Erforschen Sie die Ursachen und versuchen Sie diese zu klären

Es ist wichtig, dass man herausfindet, woher die Aggressionen genau herkommen. Was macht Sie besonders wütend. Bestimmt gibt es Situationen, die im Alltag einkehren, welche Sie besonders wütend machen. Warum werden Sie wütend? Ihre Persönlichkeit und auch Ihre Art spielt eine bedeutende Rolle, wenn es um die Entstehung einer Aggression geht. Wenn Sie sich selbst versuchen zu kontrollieren und besser kennenzulernen, können Sie sich selbst auch helfen. 

Holen Sie sich psychologische Hilfe

Immer wieder können Aggressionen auch dazu führen, dass man sich professionelle Hilfe  suchen muss. Heute findet man in jeder Stadt in Deutschland Kurse, die sich hierfür sehr gut anbieten. In wirklich schwerwiegenden Fällen ist es sehr wichtig, dass man sich für eine Therapie entscheidet, auch Online kann man viele unterschiedliche Arten von Therapien finden, die sich sehr gut zur Aggressionsbewältigung anbieten.

Sehr viele Menschen unter uns leiden Aggressionen, die sich negativ auf unser Leben auswirken können. Wenn man es selbst nicht schafft, diese Aggressionen zu kontrollieren, bietet sich eine Therapie zur Aggressionsbewältigung sehr gut an. Es gibt auch viele einzelne Dinge, die man selbst tun kann, um die Aggressionen zu mindern. Möchte man Wut und Aggressionen jedoch auf lange Sicht kontrollieren können, dann sollte man sich für eine Aggressionsbewältigung Therapie entscheiden. So können Sie sichergehen, dass Sie Ihre Aggressionen in den Griff bekommen.